Bayreuth – Friedrichstraße Nr. 5
Den kompletten Verlauf des Jean-Paul-Wegs finden Sie hier: Literaturportal Bayern
Weitere Informationen über Jean Paul und Bayreuth: Literaturportal Bayern – Dichterwege. Auf den Spuren von Jean Paul
Siehe auch: Historische Innenstadt von Bayreuth
Nun beginnt die »Geschichte eines Hauses«
Jean Paul zieht zu Martini, am 15. November 1813, in die Friedrichstraße Nr. 5, zweiter Stock.
In seinem ersten Buch »Geschichte eines Hauses« erzählt Philipp Hausser: … Jean Paul war also in den 2. Stock unseres Hauses (Nr. 5) eingezogen mit Frau Caroline, geb. Mayer, aus Berlin, den Töchtern Emma und Odilie, dem Sohn Max, dem Hund, wahrscheinlich auch mit Vögeln, Fröschen und einem Eichhörnchen. Doch von all dem, der Wohnung, dem Familienleben, der Arbeitsweise in diesem Hause werden wir aus Berichten besuchender Zeitgenossen später mehr hören. …
Der Genauigkeit halber muss erwähnt werden, dass zur Zeit des Richterschen Einzugs das Haus noch nicht im Besitz der Hausserschen Vorfahren war; diese erwarben es erst 1817. Deshalb scheint für die Richters der Umziehgefahr leider noch kein Ende beschieden. Kaum sind sie eingezogen, müssen sie schon wieder fürchten, auf die Straße gesetzt zu werden.
Hausser schreibt: … Zunächst tauchten schon im August 1814 neue Wohnungssorgen auf. Das Haus sollte verkauft werden, Richters war gekündigt worden. Jean Paul suchte sich eine neue Wohnung, überlegte [erneut] ernstlich, nach Nürnberg zu verziehen. Aber auch in der Nachbarschaft schaute er sich um. …
Am 9. August 1814 schreibt Jean Paul an seinen jüdischen Freund Emanuel: … Könnte man den Juden gegenüber nicht zum Ausziehen auf eine freundlichste Weise (bringen)? Heute geht in meiner Quartier-Noth mein Brief nach Nürnberg. …
Am nächsten Tag: … Beide Quartiere hatte C(aroline) heute besucht und unbrauchbar gefunden. Kein Logis ist wohl bequemer als das, was man ganz allein bezieht, nie verläßt und das zugleich zu einer Art Bette dient. …
Am 17. August 1814 wieder an Emanuel: … Noch schweb’ ich zwischen Baireuth und Nürnberg, so konsequent bleibt sich mein Teufels Quartal oder Teufels Sommer, wie man einen Mädchen Sommer hat. Sovielen Menschen ich auch meine Noth bekannt gemacht, oder viel mehr eben darum habe ich die neue Bemerkung gewonnen, daß unter allen Nöthen des Nächsten die Menschen gegen die Quartier-Noth am gleichgültigsten sind. …
Mieter zu sein bedeutet oft, Mensch zweiter Klasse zu sein
Nichts im Leben ist entblößender und erniedrigender, als offenlegen zu müssen, dass man auf Wohnungssuche ist. Angesichts der Tatsache, dass der Mensch nicht anders kann, als zu wohnen, verwundert die Gleichgültigkeit, die Wohnungssuchenden häufig entgegenschlägt. Fast so, als wären sie schon Obdachlose, die ihre Lage selbst verschuldet hätten. Mieter zu sein bedeutet oft, Mensch zweiter Klasse zu sein
Diesmal aber dürfen die Richters wieder aufatmen. Weiter bei Hausser: … Doch ging alles gut. Das Logis »ganz nach seinem Wunsche« blieb, Jean Paul blieb, gottlob, und nicht nur des Hauses wegen, Bayreuth erhalten. Denn am 26. August 1814 frohlockt er wieder: »Guten Abend, Emanuel! Ich habe auch einen. Ich bleibe im Quartier, weil der Hausverkauf krebsgängig geworden.«
Und anderntags: »Guten Morgen, mein Paradies-Gärtner! – Heute gefällt mir der Herbst ganz anders, weil diese Jahreszeit gerade zum häuslichen Bleiben eingerichtet ist wie der Frühling zum Fliegen.«
Dem großen Manne scheint so recht hörbar ein Stein vom Herzen gefallen zu sein. Wie aus späteren Zitaten deutlich wird, kümmerte sich Jean Paul um die kleinsten Dinge des täglichen Lebens. So verwundert sein Kummer in diesen Wohnungsangelegenheiten nicht. […]
Drei Jahre später wurde das Haus dann doch verkauft. Jean Paul befand sich auf einer Reise und wurde von seiner Frau brieflich unterrichtet. Wieder zogen Wolken am Richterschen Logishimmel auf. Aber bevor wir zusehen, wie sie sich rasch wieder zerstreuten, wollen wir uns den neuen Hauswirt, meinen Ur-Ur-Urgroßvater besehen. …
Das war Isaak Josef Schwabacher, der neue Besitzer des Hauses in der Friedrichstraße Nr. 5. Die Schwabachers wohnten später selbst auch im Haus – ebenso ihre Nachfahren, unter ihnen Philipp Hausser.
Anlässlich des 200. Geburtstags von Jean Paul Friedrich Richter veröffentlichte Hausser am 21. März 1963 das Buch »Die Geschichte eines Hauses«. Darin beschreibt er das Leben der Familie Richter in der Friedrichstraße Nr. 5.
Nun stehen wir – im Jahr 2017 – in Bayreuth in der Friedrichstraße vor dem Haus Nr. 5. Ein kleines Schild mit der Aufschrift »Friedrichstraße Nr. 5, Garten – Wohn- und Sterbehaus des Dichters Jean Paul (1763‒1825)« befindet sich am Zaun, zusammen mit einem Hinweis auf die Stationstafel 123.
Wir fotografieren das Haus und auch das Schild am Zaun. Passanten betrachten uns im Vorbeigehen. Sie wundern sich, was wir da für sie nicht erkennbar Interessantes gefunden haben. Zwei Frauen bleiben stehen, eine kommt zurück und liest das Schild einmal genauer.
»Da steht was mit Jean Paul …«, murmelt sie.
Die andere: »Ja, da war doch was?«
Und schon gehen sie weiter.
Ein Pärchen schlendert vorbei. Sie weiß, was es mit dem Haus auf sich hat, und erklärt es ihrem Begleiter:
»Da hat der Jean Paul gewohnt.«
»Aha«, sagt der Mann und blickt noch einmal zurück.
»Das ist der mit dem Titan«, ergänzt sie.
»Bist du aber schlau«, wundert sich ihr Begleiter.
Dann sind auch sie wieder weg.
Vor dem Haus finde ich keine Jean-Paul-Station 123. Hier gibt es nur jenes kleine Gartenschild, auf dem es auch heißt: »Führungen in den Jean-Paul-Garten mit seiner berühmten Dichter-Laube können gebucht werden. Bitte haben Sie Verständnis, dass dieses Privatgrundstück öffentlich nicht zugänglich ist.«
Über den Zaun erblicken wir hinter dem Haus tatsächlich einen Garten. Das Tor vor mir steht offen und führt in einen Hinterhof, in dem etliche Garagen zu sehen sind. Sollen wir einfach nur reingehen? Darf man das? Wir trauen uns nicht.
»Wenigstens von hier könnten wir doch ein paar Fotos machen, oder?«, versuche ich, Peter zu überreden.
Wir wagen uns ein paar Schritte in den Garagenhof. Dann öffnet sich die Hintertür. Ein junger Mann tritt heraus und kommt auf uns zu. Wir befürchten eine Rüge, doch stattdessen versichert er uns gut gelaunt:
»Gehens nur nach hinten, durch den ganzen Garten. Da hat der Jean Paul gewohnt. Die Tafeln sind ganz hinten an der Mauer. Aber passens auf, bei dem Efeu, da ist ein Wespennest. Nicht zu nah rangehen. Ich hab Sie fei gewarnt, wenn was passiert.«
»Oh danke! Das ist ja klasse! Durch den ganzen Garten?«, frage ich noch einmal.
»Ja, ja … nur zu!«
Der Garten ist für Innenstadtverhältnisse ziemlich groß. Leicht verwilderte Wiesen mit altem Baumbestand, Sandsteintreppen und schönen Balustraden. Nach vielleicht fünfzig Metern gelangen wir zur hinteren Begrenzungsmauer. An ihr sind die Tafeln der Groß- und Sonderstation 123 befestigt.
Jean Paul und das Schwabacher-Haus, Friedrichstraße Nr. 5
Herr und Frau Schwabacher
Zum Vermieterehepaar hatten Jean Paul und seine Frau ein sehr freundliches Verhältnis. Wohnte man hier zunächst beim Bergrat Kamblah zur Miete, so erwarb 1817 der jüdische Handelsmann und Bankier Isaak Joseph Schwabacher das Haus.
Schwabacher wurde 1774 in Ansbach geboren, 1800 ist er in Bayreuth mit Schutzbrief und Konzession amtlich eingetragen. 1817 kaufte der wohlhabende Mann das Gebäude Friedrichstraße 5 und zog mit seiner Familie auch dort ein. Sein Geschäft führte er im Seitenflügel des ersten Stocks. Hier lebte er bis zu seinem Tod im Jahre 1844 zusammen mit seiner Frau Rosa, genannt Rösel, einer geborenen Neustädter.
Das Bankwesen brachte es mit sich, dass Jean Paul sich manchmal auch in Geldsachen an Schwabacher wandte. Besonders bei seinen »Auslandsreisen« war der Dichter auf die Dienste des Bankiers angewiesen. Gelegentliche Vorbehalte in geschäftlichen Angelegenheiten konnten die gegenseitige Achtung jedoch nicht trüben.
Es ist bemerkenswert, dass das Haus bis heute in Besitz der Familie Schwabacher und ihrer Nachkommen blieb. Über Salomon und dessen Sohn Michael Schwabacher, die auch Bankiers waren, gelangte es an Philipp Hausser, den Ururenkel von Jean Pauls Vermieter, der 1980 seine bedeutende Jean-Paul-Sammlung als Grundstock des im selben Jahr eröffneten Jean-Paul-Museums der Stadt Bayreuth stiftete.
Ja, und dann muss ich es zugeben: Beim Durchschreiten des Gartens wird es jetzt auch mir ganz warm ums Herz. Allein bei dem Gedanken, dass er hier ein und ausging, die Natur beobachtete, sich freute, der Äolsharfe lauschte, schrieb und las, seinen Pudel Ponto badete; dass seine Kinder umherhüpften, seine Frau Karoline ihn besuchte, ihn herzte, sie sich vielleicht auch küssten; dass im Winter die Kinder sich in Schneeballschlachten verausgabten. Und alles voller Lachen war.
Verwunschen sieht der Garten heute aus, als hätte sich nie etwas verändert. Kleine Gemüsebeete, ein wenig vernachlässigt, eine leicht schief getretene Sandsteintreppe, mit Efeu umschlungene Mauern, eine verrostete Kinderschaukel.
Uns trennen jetzt nur zweihundert Jahre – und ich müsste nur durch den Zaun spinksen, um ihn zu sehen. Da sind sie, die Reliquien-Gefühle. Jetzt haben sie auch mich gepackt.
Philipp Hausser fährt fort: … Wenn wir nun Jean Paul etwas eingehender in unserem Hause selbst beobachten wollen, seine Person, seine Umgebung, Arbeitsweise und Lebensgewohnheiten, so dürfen wir nicht vergessen, daß er beim Einzug 1813 ein Mann auf der Höhe seines Lebens war, geachtet, geliebt von der Intelligenz seiner Zeit, aber schon sehr nachlässig in seinem Äußeren, ein Original würden wir heute dazu sagen, doch eben ein Genie, das sich die Freiheit der Originalität nehmen konnte. In den letzten Jahren hingegen ein kranker, körperlich verbrauchter, halbblinder Mann war der Dichter doch immer noch ein Feuerkopf, der unermüdlich arbeitete.
Wenn wir den großen Mann also besuchen oder – noch besser – mit ihm zusammen zu seiner Wohnung hinaufsteigen wollen, dann sind wir, um ein Bild Jean Pauls in unserem Hause zu gewinnen, auf die Niederschriften fleißiger Besucher angewiesen, die meist in großer Verehrung zu dem Dichter gewallfahrtet sind. Und es waren damals wirklich Wallfahrten zu Fuß oder in tagelangen Postkutschenreisen. …
Ein Grundriss von Jean Pauls Wohnung zeigt, dass der Dichter hier ein Arbeitszimmer besaß, … das ein Fenster zum Hof und eines zum Garten hat. Durch das letztere konnte man den Garten mit der Laube übersehen und den Blick bis zu den »blauen Höhen des Fichtelgebirges« schweifen lassen. […] Gegenüber dem Hoffenster liegt die andere Tür, die über einen winzigen Korridor – das ist heute alles noch unverändert – Jean Paul ein von Besuchern unbemerktes Entweichen erlaubte. …
Die Wohnung erlaubt also ein regelrechtes Empfangsspiel – schon fast wie bei Hofe. Gelangen die Gäste über die Treppe nach oben, werden sie im schönsten Raum, dem Saal, empfangen, um dann über zwei weitere Räume ins Vorzimmer geführt zu werden, in dem sie auf Jean Paul warten müssen. Wenn er denn kommt. Denn bei unliebsamen Gästen kann er von seiner Familie quasi unbemerkt »von hinten« vorgewarnt werden – und ebenso von dort entschwinden. Diese Anordnung der Durchgangszimmer ist auch … ein herrlicher Rundlauf für die Kinder, aber auch die Erwachsenen können sich oft lange suchen, wenn sie hintereinander herlaufen. …

Um sich die Wohnung besser vorstellen zu können, hilft ein Bericht des schwedischen Dichters Daniel Amadeus Atterbom aus dem Jahr 1817: … Also begaben wir uns um 11 Uhr auf die Wanderung nach der Wohnung dieses merkwürdigen Wesens [Jean Paul]. In einem geräumigen und zierlichen Hause der schönsten Gasse der Stadt stiegen wir zwei Treppen hinauf, die prosaischer aussahen als jene des Lustschlosses in Lilars Park. Unser Diener ergriff die Klingel der Saaltüre und schellte – aber niemand kam, um zu öffnen. Hierauf legte ich die Hand an eine Seitentür, die sofort aufging und in ein kleines Gemach führte, dessen ganzer Inhalt weibliche Tätigkeit und weiblichen Aufenthalt verriet. Ein […] Mädchen, schlank gewachsen und höchst einfach gekleidet, stand überrascht und verlegen vor mir und blickte mich mit den großen Augen, die halb von den langen Wimpern beschattet waren, gerade so sittsam und ehrbar an wie das Miniaturbild einer Holbeinschen Madonna.
»Wohnt hier der Legationsrat von Richter?« fragte ich. – »Sind Sie der schwedische Dichter?« erwiderte sie halblaut. – »Ja freilich bin ich der!« das war meine Antwort. – »Ei, das will ich gleich dem Vater sagen!« rief sie, und damit hüpfte sie durch eine Tür zur Rechten, die sich gleich darauf auch für mich und Hjort öffnete. Wir gelangten nun in ein größeres Gemach, welches wahrscheinlich (obwohl im übrigen höchst simpel) die Ehre und Würde eines Vorzimmers bekleidete. Daselbst saß eine andere, jedoch kleinere Tochter Jean Pauls und spielte Klavier an der Seite eines Musiklehrers, den ich in der ersten Verwirrung für Jean Paul selbst hielt, aber natürlich meinen Irrtum sehr schnell einsah. In dem selben Augenblick öffnete sich eine andere Türe, und siehe da! eine Gestalt watschelte auf uns zu, die das Aussehen eines wohlhabenden Gastwirts hatte: feist und kahlscheitelig, einen alten grauen Überrock nachlässig über den stattlichen Bierbauch zugeknöpft, im übrigen ohne Halstuch und und Weste offenstehend über der breiten, ziegelroten, behaarten Brust, mit einem Worte: im tiefsten Negligé. …
Am Ende desselben Briefes beschreibt Atterbom den kleinen hübschen »Saal« etwas genauer: … Nun wurden wir auf spezielle Veranlassung seiner Frau auf einem andern, auf einem wahren Prachtwege, hinausgeleitet, nämlich durch den Saal, der wirklich sehr schön und mit verschiedenen Malereien versehen war; …
Eine lustige Wohnung voller Leben
Auch Marie Moier erzählt 1822 von einem Besuch des russischen Dichters Schukowsk (Jukow) bei Jean Paul: … Jukow bat ihn, ihm sein
Studierzimmer zu zeigen, was der Alte auch tat. Das Studierzimmer war das vierte vom Gesellschaftszimmer; je weiter sie gingen, desto unordentlicher wurde es; endlich machte er eine Tür auf, und
ein großer Pudel sprang heraus. Jean Paul befahl ihm, sich wieder hinzulegen, und Jukow sah die schmutzigste und unordentlichste Stube in der Welt Gottes. Da waren drei Kanarienvögel, die Bücher
und gehackte Eier durcheinander, endlich ein großer Schrank, worin lauter Hefte lagen, in welchen Jean Pauls Gedanken klassifiziert eingeschrieben sind. …
Jean Pauls Ehefrau Karoline beschreibt 1818 in einem Brief an Ernestine Voß den Tagesablauf der Familie Richter. Ernestine war die Mutter des Philologen Heinrich Voß, eines innigen Freundes Jean Pauls: … Um 6 1⁄2 oder 7 Uhr steht mein Mann auf, der wegen seines unterbrochenen Schlafs und des Schweißes, welcher seiner Gesundheit unerläßliche Bedingung ist, länger im Bette bleiben muß. Er wartet mit dem Kaffee noch eine Viertelstunde, bis er Wasser getrunken hat, und trinkt ihn beim Lesen vorbereitender Sachen auf dem Kanapee liegend allein auf seinem Zimmer … Wir essen spät, … nur ein Gericht, doch muß es kräftig und mit Behutsamkeit gekocht, gedämpft oder gebraten werden, damit es die gerade Mitte hat, und da das keiner Magd in seinen feineren Nuancen beizubringen ist, so bewache ich es selbst … Um 1 1⁄2 Uhr schlägt die Mittagsglocke, wo mein Mann nicht eine sechzehntel Sekunde zu früh gerufen werden darf, dem übrigens am Vormittag alle glänzenden Marktakquisitionen jubelnd gezeigt werden dürfen. …
Und dann gibt es noch die Geschichte von Jean Pauls kurioser Fliegenzucht – festgehalten von Rudolf Wagner.
Auch Ferdinand Grimm, der Bruder von Wilhelm und Jacob Grimm, schildert in einem Brief vom 1. März 1815 seinen Besuch bei Jean Paul. Köstlich.
Auf der Stationstafel der Groß- und Sonderstation 123 am Schwabacher-Haus wird zudem Jean Pauls Familie vorgestellt: seine Ehefrau Karoline, wie er sie kennenlernte, seine Kinder – und wie sie hier alle zusammen lebten.
Die Treppe zum Ehebette
Jean Pauls erotische »Flegeljahre« endeten in einer bürgerlichen Ehe. Die »Erotische Akademie« in Hof mit ihren empfindsamen Harmlosigkeiten war mit zunehmender Prominenz des Junggesellen von den »Titaniden« abgelöst worden. Was immer er auch für sein Werk daraus gewann, die Verehrerinnen meist adligen Geblütes (Charlotte von Kalb, Emilie von Berlepsch, Gräfin Henriette von Schlabrendorff u. a.) mussten auf die Dauer lästig fallen. Freilich hat sie Jean Paul lange genug genossen, dadurch aber auch eine prekäre Mischung aus Gehemmtheit und Koketterie überwunden … 1801 heiratete Jean Paul die so geistig rege wie bürgerlich solide Karoline Mayer. Der 38-Jährige entschied sich für Bürgerlichkeit und Sesshaftigkeit.
Manfred Eger (1981)
Die Gattin: Karoline Mayer
Jean Pauls Frau Friederike Leopoldine Karoline, die Tochter des Obertribunalrats (Gerichtsbeisitzers) Johann Siegfried Mayer, wurde 1777 geboren. Sie war also 14 Jahre jünger als der Dichter. Er lernte sie und ihre beiden Schwestern Mitte 1800 in Berlin kennen. Noch im November verlobte er sich mit ihr, nachdem sie eine frühere Verlobung gelöst hatte, und schon am 27. Mai 1801 fand in Berlin die Hochzeit statt: »Einzige! Endlich hat mein Herz ein Herz!«
Karoline Richter verehrte zunächst ihren Mann als »gottähnlichsten Mann«, der ihr je begegnet sei. 1802 bis 1804 kamen ihre drei Kinder zur Welt, in regelmäßigem Jahresrhythmus: Emma, Max und Odilie.
Später kühlte sich das Verhältnis der Eheleute merklich ab, so dass Jean Paul sogar an die Scheidung dachte. Sie beklagte sich über seine Erziehungsmethoden und seine Abwesenheiten, ihn störte ihr hausfraulicher Ordnungssinn.
»Die eheliche Liebe erhält sich unter der Schneedecke der ehelichen Zänke ganz warm.«
Karoline sollte ihn um 35 Jahre überleben. Sie blieb bis 1850 in der alten Wohnung in Bayreuth und starb mit 83 Jahren im Jahr 1860 in München, wo auch ihre verheirateten Töchter inzwischen lebten, nach dem der Sohn Max bereits 1821 mit 17 Jahren gestorben war.
August Lewald (1816) erzählte: »Seine liebenswürdige, geistreiche Frau schätzte er sehr. Sie hat mehr Verstand als ich, sagte er mir einmal.«
Was die Kinder erlebten …
»Er hatte allerlei Tiere, die er zähmte; einmal Mäuse; dann eine große Kreuzspinne, die er in einen pappenen Schachteldeckel sperrte, über den er ein Fensterglas geklebt. Unten hatte er ein Türchen von Papier gemacht, durch das er sorgfältig Futterfliegen hineinließ. Im Herbst sammelte er für seine Laubfrösche und für die Spinne Winternahrung. Gering hat er gar nichts geachtet.
Wie er von jedem Menschen, er mochte noch so unbedeutend scheinen, zu lernen wußte, so ließ er auch kein Bindfadenendchen, Glasstückchen, keinen abgebrochenen Korkstöpsel usw. liegen. Was er der Art fand, trug er in seine ›Lumpenschachtel‹. ›Ich bin doch neugierig, wozu ich das gebrauchen werde‹, sagte er, wenn er wieder etwas Weggeworfnes fand. Schmerzlich war ihm der Gedanke des bloßen Untergangs, am meisten, wenn’s Menschenarbeit war. Er verbrannte keinen Brief, ja die unbedeutendsten Zettel hob er auf.
So hat er sogar dicke Bücher mit den Einfällen, Redensarten und Gewohnheiten von uns Kindern vollgeschrieben. Den Kindern war jeder Scherz gegen ihn erlaubt; oft baten wir: ›Vater tanz einmal‹, dann machte er einige Sprünge. Oder er mußte französisch reden, wobei er besondern Wert auf die Nasenlaute legte, die niemand so gut ausspräche als er; es klang kurios. In der Dämmerstunde erzählte er uns früher Märchen oder sprach von Gott, von der Welt, dem Großvater und vielen herrlichen Dingen.«
Aus den Erinnerungen der Tochter Emma
… und was die Besucher sahen
»Gegen Abend traf ich ihn bei guter Laune in einem ziemlich eleganten Hause, umgeben mit Frau (einer echten Berlinerin) und zwei ungezogenen artigen Mädchen; sein abgenutzter Überrock war ehedem blau und sonst, wie auch das Hemd auf der Brust, nicht eben rein zu nennen, seine Rockschlippen unter dem Kragen waren Nadelkisschen, denn wohl sechzig Nadeln konnte man hier eingesteckt zählen, wahrscheinlich zum Festheften der Papierstücke.«
Ferdinand Grimm – 1815 in einem Brief an Jakob und Wilhelm Grimm
»Das Arbeitszimmer ist klein und so vollgekramt, daß nur ein Gang in der Mitte bleibt, wo zwei Menschen gehen können. An der Wand links zwischen Ofen und Tür steht ein Bücherschrank, in dem die Bücher durch- und aufeinander liegen, als seien sie in Jahren nicht in der Hand eines Lesers gewesen. Am Fenster, der Tür gegenüber, ist ein großer Tisch, der mit Papieren und Büchern und Weingläsern bekramt ist. Am Tisch steht ein Kanapee statt eines Stuhles, so sonderbar gestellt, daß man nicht anders hinzukann, als wenn man über den Tisch wegsteigt, denn dicht an der einen Seite des Tisches lehnt sich ein zweiter Bücherschrank, worin eine große Menge Exzerpte liegen und mehrere Bücher [...]
Nun denke man sich das kleine Zimmer kaum zehn Schritte lang, worin wir uns wie die Kreisel herumdrehten.«
Aus dem Reisetagebuch des kurländischen Arztes Karl Bursy (1816)
»Jean Paul hat sich itzt einen trefflichen Flügel von Dresden kommen lassen, dies wird ihn zum großen Kompositeur noch machen, letzt phantasierte er über 1 1⁄2 Stunde, daß mir Hören und Sehen geradezu verging.«
Henriette von Knebel (1818)
Endlich ein eigener Garten!
Das Schönste aber, was ihm mit dieser Wohnung zuteilwird, ist ein eigener Garten. Wie sehr Jean Paul Schwabachers Garten liebt, rührt auch Philipp Hausser: … Und im Goethe-Schiller-Archiv in Weimar befindet sich Jean Pauls Brief vom 13. Mai 1822 an seine Frau mit einer so reizvollen Stelle, daß ich mir eine Photokopie davon besorgt habe: »Aber im Ganzen fehlt mir doch manche Traum-Erfüllung und ein Schwabachers Garten u. meine Seele ermattet unter der Menge durch die Fernen. – –«
Man wird mir nachsehen, daß mir diese Briefstelle immer wieder besondere Freude macht und mir den Schweiß versüßt, den ich heute in diesem Garten Sommer für Sommer vergieße. …
Und weiter hinten notiert er: … In der »Festgabe«, einer Broschüre, die zu Jean Pauls 100. Geburtstag 1863 erschienen ist, kann man über den Garten lesen: »Ein an das Haus angrenzender Garten mit einer künstlichen Laube bot dem Dichter Gelegenheit, sich von Zeit zu Zeit von seinen anstrengenden Studien zu erholen. In solchen Erholungsstunden versammelte dann Jean Paul seine Familie in der schattigen Laube um sich und erzählte; oder er sprang mit den Kindern oft sogar auf allen vieren im Garten herum, sich zu allerlei mutwilligen Scherzen gebrauchen lassend und mitspielend, als ob er selbst noch ein Kind wäre. Im Hause selbst erinnert heute nichts mehr an Jean Paul. Die Zimmer, die derselbe bei Lebzeiten bewohnte, sind gegenwärtig anderweitig vermietet und nur die Laube, der Lieblingsplatz Jean Pauls, im anstoßenden Garten ist noch in demselben Zustand wie früher …« …
Auf Stationstafel 123 ist ebenso davon zu lesen.
Ein eigener Hausgarten
Als besonders vorteilhaft empfand Jean Paul die Tatsache, dass das neue Haus einen Garten besaß, den er vom Arbeitszimmer aus sah und den er benutzen durfte. Niemals zuvor war er Mieter in einem Gebäude gewesen, zu dem ein Garten gehörte. Schwabachers Garten gab ihm seinen letzten Jahren das Gefühl, auch innerhalb der Mauern einer Stadt die Natur genießen zu können, die er nicht nur als Naturliebhaber, auch als Schriftsteller benötigte.
So arbeitete oder saß er oft in seiner Cornelikirschenlaube (von der sich Insekten fernhalten), während in den Bäumen Äolsharfen hingen, durch die der Wind fuhr und »romantische« Klänge verursachte, die den Dichter inspirierten. Der alte Pumpbrunnen mit seinem Steintrog hier an der Mauer diente ihm als Hundebad und die Kinder genossen den Garten auch. Der Garten, schrieb er, sei »besser für meine Lunge und meinen Kopf als jede Arznei.«
Vielleicht ist dies alles der Grund, wieso Jean Paul 12 Jahre lang hier lebte – länger als in jeder anderen seiner Bayreuther Wohnungen – und auch hier starb.
Anhand der Fotos, die wir im Garten machen dürfen, erkennt man eine Ähnlichkeit zu Haussers Gartenbeschreibung – und freut sich bei dem Gedanken: Da ist ja fast noch alles wie früher!
Auch wenn es nur trübe Herbstbilder sind, die wir heute einsammeln können, spürt man doch den ganzen Charme eines so geliebten Gartens, durch den man wandeln kann, wie durch einen Park, über steinerne Stufen von Ebene zu Ebene steigen – ach, man könnte sich gegenseitig zuwinken, von hier nach drüben. O, wie schön!
Jean Paul besaß nie Grund und Haus – zeit seines Lebens blieb er Mieter
Hier also lebt Jean Paul bis zu seinem Tod am 14. November 1825
1815 – zehn Jahre vor seinem Tod – übernimmt der bayerische Staat Jean Pauls jährliche Pension.
1816 heiratet sein Freund Emanuel im Alter von fünfzig Jahren Flora Benda aus München.
Im selben Jahr lernt Jean Paul auch Heinrich Voß d. J., den Sohn des berühmten Homer-Übersetzers Heinrich Voß, kennen. Die beiden werden innige Freunde.
Zu Silvester stirbt Jean Pauls verarmter und »umherirrender« Bruder Adam. Jean Paul begräbt ihn auf dem Friedhof im nahegelegenen Dorf Meyernberg.
1817 wird Jean Paul auf Initiative seines Freundes Heinrich Voß in Heidelberg die Ehrendoktorwürde der Universität verliehen. Hegel selbst überreicht ihm die Ehrenurkunde. Gemeinsam mit Studenten wird eine Lustfahrt auf dem Neckar organisiert. Unter ihnen ist auch der schwedische Kronprinz. Abends gibt es sogar einen Fackelzug durch die Stadt.
1818 besteht sein Sohn Max das Gymnasialexamen und erhält eine Schulprämie. Zur Belohnung darf der frühere »Zwergpackträger« – so nannte Jean Paul seine Kinder, wenn sie kleine Briefchen über die Straße zu Emanuel trugen – nun mit der Kutsche Briefe und Zeitungen zu Emanuel auf Gut Weiher bringen, das bei Hollfeld liegt. Sehr zu Jean Pauls Leidwesen verweilt sein Freund Emanuel oft den ganzen Sommer auf seinem neu erworbenen Landsitz.
1820 ernennt man Jean Paul zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie.
1821 wird sein Sohn Max sterben und
1822 schlimmerweise auch noch sein Freund Heinrich Voß.
Der schwer trauernde Jean Paul wird viele Reisen unternehmen, nach Mannheim, Mainz, Wiesbaden, Worms, Stuttgart, München, Frankfurt, Nürnberg, Erlangen und Dresden.
In all den Jahren wird er sich mit seiner Frau Karoline immer wieder streiten. Immer wieder geht es eigentlich nur um verletzte Gefühle, um Ordnung und Sauberkeit, Kindererziehung und andere Alltäglichkeiten. Beide leiden darunter.
In Heidelberg wird sich Jean Paul noch in die wesentlich jüngere Sophie Paulus verlieben, die später – nur für wenige Wochen – den »Miterfinder« der Romantik, August Wilhelm Schlegel, heiraten wird. Mit Jean Paul kommt es zu Küssen – wie viele weiß man nicht. Darüber wird er den Aufsatz »Über das Immergrün unserer Gefühle« schreiben, der zur Lieblingslektüre des Biedermeier wird.
Karoline weiß von all dem und ist aufgewühlt. Jean Paul besinnt sich und kehrt schließlich zu seiner Familie zurück. Er weiß nun für immer, was sein Zuhause, seine Schreibstube, sein Garten, die gemeinsamen Mahlzeiten, seine Familie und die tiefe, unerschütterliche Treue zu ihr wert sind.
An Karoline schreibt er am 20. Juni 1818: … Ach wahrlich, wir sollten diese Freuden eines noch unzerbrochenen Kreises höher halten und genießen. Wie lange währt es, so zieht Max fort! Allmählich ziehen ihm die andern nach und dann sitzen wir beide allein da und zuletzt Du ganz allein! Ach laßt uns lieben, so lange noch Zeit zu lieben ist …
Oder am 24. Dezember voller Sehnsucht: … An meinem Herzen waren viele; in ihm warst, und bleibst nur du, – und so traue mir denn durch die kleine Zeit meines Lebens gar hindurch. …
Jahre später
Nach Jean Pauls Tod wohnt Karoline weitere fünfundzwanzig Jahre in der dann verkleinerten Wohnung im Schwabacher-Haus. 1850 zieht sie zu ihren Töchtern Emma und Odilie nach München. Beide haben geheiratet und Kinder bekommen. Karoline stirbt dort 1860.
Wie erging es der Familie Hausser, den Nachfahren Schwabachers?
Philipp Hausser wurde 1918 geboren. Als Kind spielte er oft mit seiner Schwester im großen Garten des Hauses, in dem Jean Paul so gerne war. Dabei geschah es immer wieder, dass neugierige Fremde – wohl Jean-Paul-Verehrer – durch den Hof eindrangen, um zu sehen, wo der Dichter geschrieben haben möge, … die Laube stand im Baedeker! ….
Da übernahm der noch junge Philipp gerne die Rolle des Fremdenführers: … Auch ich hatte damals schon als kleiner Junge meine ersten Begegnungen mit prominenten Jean Paul-Freunden. Es war für mich selbstverständlich, daß ich, wenn ich im Garten von Fremden beim Spielen überrascht wurde, den Cicerone [Fremdenführer] spielte. Später lernte ich auf diese Weise den Verleger Reinhard Piper, den dänischen Komponisten Paul von Klenau und viele andere näher kennen. …
Darunter war auch der sich im Exil befindliche König Georg II. von Griechenland.
Weiter schreibt Hausser: … In den Zwanzigerjahren verlebte ich in dem Garten eine herrliche Zeit. Meine Großeltern nahmen die Mahlzeiten während der warmen Monate fast bei jedem Wetter in dem großen offenen Gartenhaus ein, das später die Bomben wegfegten. Wer könnte das Gleißen der Tautropfen an einem sonnigen Sonntagmorgen vergessen, den Glanz, der über dem neuerwachten Garten lag, wenn dazu noch die Glocken der Stadtkirche herüberklangen, bei mancher Luftbewegung so machtvoll, dass man die Töne auf der Haut zu spüren vermeinte. Oder den betäubenden Duft des sonnendurchglühten Gartens um die Mittagszeit! Und gar das Verwehen des Tages, das Abschiednehmen der Amsel auf dem Giebel, die geheimnisvollen Fledermäuse in der Dämmerung und die letzten Stunden des Aufatmens nach der Hitze, beim Licht zweier Kerzen, von Dunkelheit umgeben. So war es später nie wieder. […]
Es kam das Jahr 1933 und mit ihm der erste schwache Blutdunst. Anfangs nur für Spürnasen wahrnehmbar, doch bald immer dichter zog das apokalyptische Grauen über Deutschland. […]
Mein Großvater zog sich ganz zurück, legte alle Ehrenämter nieder, auch das in der Jean-Paul-Gesellschaft, die er mitbegründet hatte. Den Briefwechsel hierüber mit den Zeichen letzten bürgerlichen Anstands auf der »arischen«, der Gegenseite, besitze ich noch. Außer zahllosen Kränkungen, wie sie eben als Minimum üblich waren, geschah meinem Großvater aber nichts. Da schützte ihn ein Achtungsrest der alten Bayreuther vor der Familie und seine »arische« Frau, durch die er auch vor dem gelben Ehrenstern bewahrt blieb. […]
1941, als er kein Ende des Regimes mehr absehen konnte, nahm er sich im 75. Jahre das Leben, um, wie er hinterließ, »der Familie nicht weiter im Wege zu stehen«. …
Viele Anverwandte der Familie wurden in Konzentrationslagern ermordet.
Das Haus wurde im Krieg an der Gartenseite und am Dach schwer beschädigt. Philipp Hausser baute alles in mühseliger Kleinarbeit wieder auf. Auch seine Kinder werden in Jean Pauls Garten spielen, und dieser wird immer Jean-Paul-Freunde anziehen – bis heute. Philipp Hausser starb am 30. September 2003.
Ganze Generationen der Schwabachers und Haussers waren treue Freunde Jean Pauls.
Es sind zwei Menschen, die aus Zuneigung zu Jean Paul ganze Museen für ihn erschufen. Eberhard Schmidt mit seinem Jean-Paul-Museum in Joditz und Philipp Hausser mit seiner Sammlung für das Jean-Paul-Museum in Bayreuth. Und es ist eine traurige Wahrheit, dass sich bis heute – im Jahr 2025 – für beide Museen keine ebenso leidenschaftlichen Weiterträger von Jean Pauls Erbe finden lassen wollen.
Nachruf Philipp Hauser
… Am 30. September 2003 verstarb im 85. Lebensjahr unser Ehrenmitglied Dr. Philipp Hausser, Bayreuth. Als Nachkomme von Jean Pauls Vermieter, dem Bayreuther Bankier Schwabacher, und Eigentümer von Jean Pauls Sterbehaus in der Bayreuther Friedrichstrasse 5 interessierte sich Hausser von Jugend an für Jean Paul und trug über die Jahre die wertvollste und umfangreichste Privatsammlung zu Jean Paul zusammen. 1979 überließ er diese als Dauer-Leihgabe der Stadt Bayreuth und schuf damit die Grundlage für das Bayreuther Jean-Paul-Museum, das am 23. Juli 1980 in den Räumen des ehemaligen Chamberlain-Hauses in der Wahnfriedstrasse 1 eröffnet wurde. …
Autor: Sven Friedrich
H. Pfotenhauer (Hrsg.), Jahrbuch der Jean-Paul-Gesellschaft © Springer-Verlag GmbH Deutschland 2004
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Andreas Petzold (Mittwoch, 21 Juli 2021 07:57)
Herzlichen Dank möchte ich hier an Herrn Dr. Hausser richten,der bis 2021 das Andenken von Jean Paul in seiner Wohnung erhalten hat und viele Gegenstände und Möbel gepflegt hatte. Sein Herz hing, wie ich immer wieder sehen durfte an all diesen Dingen. Ich selbst durfte Möbel pflegen und bewundern. Ich wünsche Herrn Dr. Hausser noch eine gute Zeit im Kreise seiner Familie nun in Nürnberg.